Gemeinderat vertagt Anschaffung von E-Ladesäule

Auf der Gemeinderatssitzung vom 14.12.2020 stand die Errichtung einer E-Ladesäule am Rathaus auf der Tagesordnung. Der Antrag kam von der Verwaltung. Es wurde vorgeschlagen, einen 5-Jahresvertrag mit den SEW für eine AC-Ladesäule abzuschließen.

Die Abstimmung über den Vertrag wurde nach längerer Diskussion vertagt.

Ich hatte dafür argumentiert, DC-Schnellladesäulen anzuschaffen, um auch Kurzparker, die im Ort etwas erledigen wollen, bedienen zu können. Dafür benötigt der Gemeinderat aber weitere Informationen, insbesondere ob es auch für die Gemeinde kostenlose Schnellladesäulen gibt. Im vorgelegten SEW-Vertrag waren sie offensichtlich nicht angeboten. Am Ende einer Diskussion, die von großer Unwissenheit bei den Nicht-E-Fahrzeugfahrer*innen geprägt war, wurde der Antrag vertagt, um weitere Informationen einzuholen. Unterstützt wurde ich bei der Diskussion von den Bürgerlichen und den Grünen.

Die AC-Ladesäulen machen nur Sinn, wenn man lange parken will oder muss (z. B. beim Arbeitgeber oder zu Hause in der Garage). Für Besucher des Rathauses oder der anderen Einrichtungen in der Ortsmitte rentiert sich die AC-Ladesäule nicht, da das Laden zu lange dauert. Demgegenüber ist eine Schnellladesäule aber teurer und es muss ein Betreiber gefunden werden, der die Säule dennoch für die Gemeinde kostenlos errichtet und betreibt.

In der Umgebung von Hohenlinden gibt es mehrere Schnellladesäulen (z. B. beim Lidl in Anzing oder bei der Kirche in Albaching). Vor allem das Konzept in Albaching in Zusammenarbeit mit Landmobile e.V. wäre auch für Hohenlinden interessant gewesen. Leider wurden die Elektroautofahrer im Gemeinderat von der Verwaltung nicht zu Rate gezogen. Sowohl ich als auch ein Gemeinderatsmitglied von den Bürgerlichen fahren E-Autos und hätten über Tarife, Standorte, Ladeeinrichtungen aus eigenen Erfahrungen berichten können. So wird die Ladesäule in Albaching beispielsweise von Landmobile betrieben und vom Staat gefördert. Diese Möglichkeit hat sich der GR aber nun genommen, da er den Ökostromtarif mit den SEW wegen 700 Euro Mehrkosten abgelehnt hat.

Ob sich dann ein Betreiber findet, der die Schnellladesäule in Hohenlinden errichten und betreiben will, werden die weiteren Recherchen zeigen.